{"id":382,"date":"2020-05-14T21:23:10","date_gmt":"2020-05-14T19:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/coronageschichten.info\/?p=382"},"modified":"2020-05-15T08:33:17","modified_gmt":"2020-05-15T06:33:17","slug":"vom-abgeordneten-zum-tellerwaescher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/coronageschichten.info\/?p=382","title":{"rendered":"Vom Abgeordneten zum Tellerw\u00e4scher"},"content":{"rendered":"<p>Bis Oktober 2019 war ich (Daniel Reinhardt) Leiter eines Kindergartens im DRK Kreisverband Gera-Stadt e.V. W\u00e4hrend dieser Zeit fragte mich schon ein Freund, ob ich nicht auch ehrenamtlich im DRK aktiv werden will. Als Schwerpunkt schlug er mir den Bereich PSNV vor. Da ich f\u00fcr den Th\u00fcringer Landtag kandidierte wollte ich ein wenig Zeit, um zu schauen was aus meinem Zeitkontingent wird.<\/p>\n<p>Im Oktober 2019 wurde ich tats\u00e4chlich in den Th\u00fcringer Landtag gew\u00e4hlt. Ich lernte und lerne viel Neues und mein Terminplan ist sehr unbest\u00e4ndig, aber selten leer. Mein Freund wurde mein Mitarbeiter und ich lernte schnell was es bedeutet einen ehrenamtlichen Katastrophensch\u00fctzer als Mitarbeiter zu haben und mindestens genauso schnell wie es ist, selbst ehrenamtlich aktiv zu sein.<\/p>\n<p>Es dauerte nicht lange, da wurde Marc Brade (besagter Mitarbeiter) in den Krisenstab der Stadt Gera einberufen. Er wurde\/wird, zusammen mit zwei Kameraden in wechselnden Schichten, als Fachberater eingesetzt. F\u00fcr diese Arbeit stelle ich ihn nat\u00fcrlich gerne frei. Da die drei in Schichten arbeitenden stand\/steht Marc mir auch regelm\u00e4\u00dfig zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Ich hatte die M\u00f6glichkeit mir den Stab in seiner Anfangsphase einmal anzuschauen und mich mit dem Amtsleiter der Feuerwehr \u00fcber die Arbeit zu unterhalten. Beeindruckt und mit Aufgaben f\u00fcr meine Landtagsarbeit verlie\u00df ich die Feuerwehr. Ja der Stab arbeitet viel, an verschiedenen Fronten und ich dachte ich unterst\u00fctze durch meine Mandatst\u00e4tigkeit in Landtag und Stadtrat. Doch weit gefehlt, es sollte nicht dabeibleiben.<\/p>\n<p>An einem Montag klingelte mein Telefon. Marc, der an dem Tag im Stab war, rief an. Nichts ahnend nahm ich ab \u201eMoin, was machst du morgen und die restliche Woche?\u201c war die knappe und f\u00fcr mich blickwinkel\u00e4ndernde Frage. Nach kurzer Absprache war ich eingeteilt, eingeteilt zur Unterst\u00fctzung des Krisenstabes, als Einsatzabteilung.<\/p>\n<p>Der erste Tag begann mit einer kurzen Einweisung, durch meinen Freund Mitarbeiter Marc, der auf einmal auf der anderen Seite vom Schreibtisch sa\u00df. Mir wurde die Aufgabe der Essensausgabe \u00fcbertragen. Ja auch das muss gemacht werden. Unter den strengen Auflagen der Hygiene und Corona gab ich also Essen aus. Die Kameradin mit der ich zusammenarbeitete, eine junge Dame aus der Wasserwacht-Jugend, erkl\u00e4rte mir die Abl\u00e4ufe und worauf zu achten ist. Gemeinsam r\u00e4umten wir den Geschirrsp\u00fcler aus, verteilten das Essen und sp\u00fclten dann das Geschirr.<\/p>\n<p>Ein wenig Abwechslung bekam ich auch. An einem Tag durfte ich das Essen zum Gesundheitsamt fahren und Eink\u00e4ufe im Gro\u00dfhandel abholen. Dass das DRK politische Neutralit\u00e4t wahrt war mir bewusst, auch dass weitere mir bekannte Personen im DRK Kreisverband Gera-Stadt aktiv sind, dennoch freute ich mich besonders, dass mir f\u00fcr diesen Tag ein anderer Freund (und Stadtratskollege) zur Seite gestellt wurde. Andreas Kinder, zwar nicht aus der gleichen Partei, aber mit dem gleichen Antrieb, den Menschen zu helfen, war mir zur Seite gestellt. Zum Gl\u00fcck, denn es gab auch gleich einen Fahrzeugschl\u00fcssel dazu, f\u00fcr einen gro\u00dfen Mannschaftstransportwagen. So war ich den halben Tag mit Andreas unterwegs und erledigten verschiedene Fahrten.<\/p>\n<p>Die drei Fachberater haben schon darauf geachtet, dass uns m\u00f6glichst nicht langweilig wird. So wurde ich fast an jedem Tag an anderer Stelle eingesetzt. Immer wieder mit anderen Kameradinnen und Kameraden. Jeden Tag war ich begeistert von dem Engagement und der Motivation die die Kameradinnen und Kameraden an den Tag legten. Egal was es f\u00fcr Aufgaben waren: Essen kochen, Essen ausgeben, Geschirrsp\u00fclen, Einkaufen, Fahren, Planen und Organisieren, alles wurde mit Herzblut gemacht. Auch mein Kollege aus dem Bundestag, Ralph Lenkert, war mit von der Partie. An einem Tag teilten er, Andreas und ich gemeinsam das Essen aus und sp\u00fclten das Geschirr. So wurden wir von Abgeordneten zu Tellerw\u00e4schern \u2013 aus \u00dcberzeugung. Uns begeistert die Kameradschaft die wir zu jeder Zeit erleben d\u00fcrfen. Alle Kameraden sind gleich, egal welche Uniform man tr\u00e4gt und woher man kommt. \u00a0Wir haben eine Gemeinschaft kennengelernt in der man anderen Menschen hilft, egal welchen Hintergrund man selbst hat, oder welchen Hintergrund der Gegen\u00fcber hat. Es war ein durchweg positives Erlebnis. Ich wei\u00df nun wof\u00fcr ich meinen Mitarbeiter gerne freistelle. Ich wurde direkt in das Alarmierungssystem integriert und bin gespannt, wann die erste Landtagssitzung durch mein Handy gest\u00f6rt wird, mit einem schrillen Piepen und der darauf folgenden Durchsage \u201eEinsatz f\u00fcr\u2026\u201c.<\/p>\n<p>Wir drei Abgeordneten bleiben dabei und helfen immer wieder gerne weiter. Die ersten Aus- und Weiterbildungen sind uns schon angetragen worden und stehen bald an. Ich bin gespannt und freue mich auf viele weitere Eins\u00e4tze.<\/p>\n<div class=\"ap-custom-wrapper\"><div class=\"ap-each-custom\"><div class=\"ap-custom-label\">von<\/div><!--ap-custom-label--><div class=\"ap-custom-value\">Daniel Reinhardt<\/div><!--ap-custom-value--><\/div><!--ap-each-custom--><\/div><!--ap-custom-wrapper-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis Oktober 2019 war ich (Daniel Reinhardt) Leiter eines Kindergartens im DRK Kreisverband Gera-Stadt e.V. W\u00e4hrend dieser Zeit fragte mich schon ein Freund, ob ich nicht auch ehrenamtlich im DRK aktiv werden will. Als Schwerpunkt schlug er mir den Bereich PSNV vor. Da ich f\u00fcr den Th\u00fcringer Landtag kandidierte wollte ich ein wenig Zeit, um zu schauen was aus meinem Zeitkontingent wird. 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